Fransenabsicherung und Fransenerneuerung

Die Fransen eines Orientteppichs werden aus den herauslaufenden und abgeknoteten Kettfäden gebildet. Sie haben nicht nur eine dekorative Funktion, sondern schaffen an den Stirnseiten einen kontinuierlichen Übergang zwischen Fußboden und Teppichflor. Dadurch wird der Teppich an der Fransenseite vor Abnutzung geschützt. Fransenlängen von zwei bis sechs Zentimetern sind optimal. Bei alten Teppichen sind die Fransen oft verschlissen oder wurden sogar gezielt abgeschnitten, was mit einem nicht unerheblichen Wertverlust einhergeht.

Wenn die ursprüngliche Verknotung der Fransen aufzugehen beginnt und die Gefahr besteht, dass sich Schussfäden und Flor lösen, reicht es häufig aus, eine Fransenabsicherung vorzunehmen. Hierzu wird ein Faden, der in Material, Struktur und Farbe den Kettfäden ähnelt, verwendet. Entlang der Stirnseite werden in regelmäßigen Abständen immer so viele Kettfäden, wie sie einen abgeknotteten Fransen entsprechen, von einer gemeinsamen Schlaufe aus dem Faden umschlossen und verdeckt im Flor gesichert, so dass die Kettfäden wieder regelmäßige gut befestigte Fransen bilden.

Selbst wenn sich der Flor und Fransen an der Stirnseite schon abgelöst haben oder die Fransen abgeschnitten wurden, können wir noch eine Fransenerneuerung durchführen. Dazu ziehen unsere Fachleute in regelmäßigen Abständen entlang der Stirnseite 5 bis 10 neue Fäden aus dem gleichen Material wie die ursprünglichen Kettfäden in den Teppich ein und lassen diese wie Kettfäden am Ende des Flors herausragen. Dieses Verfahren nutzen wir unter anderem auch bei der Teppichrestauration, denn bei richtiger Wahl des Fadenmaterials und korrekter Durchführung ist das Ergebnis absolut authentisch und gibt den Fransen ihres Teppichs die ursprünglichen Funktionen zurück.